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Steigende Fallzahlen bei psychischen Erkrankungen machen Heilpraktiker unverzichtbar

Lange Wartezeiten und hohe Kosten in der kassenärztlichen Psychotherapie belasten zunehmend Patienten und Gesundheitswesen. Seit Jahren registrieren die Krankenkassen eine stetig steigende Zahl psychischer Erkrankungen. Ein wachsendes Problem nicht nur für Betroffene und ihre Angehörigen: psychische Erkrankungen belasten auch die Kassen des Gesundheitswesens.

Zwar sind die Zeiten, in denen psychische Erkrankungen tabuisiert waren, weitgehend vorbei. Das liegt aber wohl nur zum Teil an guter Aufklärungsarbeit: Dass man inzwischen offen über Depressionen oder Burnout sprechen kann, hängt auch damit zusammen, dass immer mehr Menschen selbst betroffen sind oder zumindest jemanden kennen, den „es erwischt hat“.

Wie ist diese Entwicklung zu erklären? Nach Einschätzung der Fachleute des Verbandes Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischen Berater (VFP) sind der gesellschaftliche Wandel, unsichere Lebensplanung und die immer schnellere Digitalisierung wichtige Faktoren bei dieser Entwicklung.

Die Beobachtungen des VFP sind keineswegs subjektiv: Offizielle Zahlen belegen eine bedenkliche Entwicklung. Nach Angaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) belaufen sich die direkten jährlichen Kosten zur Behandlung psychischer Beeinträchtigungen und Erkrankungen auf inzwischen mehr als 44 Milliarden Euro. Der Anteil der Psychotherapien macht dabei gerade einmal vier Prozent aus.

Laut Deutscher Psychotherapeutenvereinigung ist eine stationäre Behandlung 13mal so teuer wie eine ambulante Therapie. Und: Psychische Erkrankungen sind mittlerweile die häufigste Ursache für die vorzeitige Verrentung. Die DAK hat außerdem die betrieblichen Fehlzeiten im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen ermittelt: Danach stieg deren durch Depressionen bedingte Zahl laut Ärzteblatt von 2000 bis 2019 um 184 Prozent; bei Anpassungsstörungen war ein Anstieg um 332 Prozent zu verzeichnen. Durch Angststörungen bedingte Fehlzeiten nahmen um gut 200 Prozent zu.  Psychische Erkrankungen sind inzwischen - nach Einschränkungen im Muskel-Skelett-System – die zweithäufigste Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit.

Anders ausgedrückt: In Deutschland haben psychische Störungen im Jahr 2002 Kosten von rund 280 Euro pro Einwohner verursacht; 2008 waren es schon 350 Euro, 2018 dann 540 Euro – trotz geringer Inflationsrate. Damit ist nicht nur der Einzelne betroffen - die Gesellschaft insgesamt hat ein Problem und das nicht nur bezogen auf die finanziellen Folgen psychischer Erkrankungen.

Einen Blick auf die ökonomische Gesamtsituation bieten OECD und Europäische Union: 4,8 Prozent des deutschen Bruttoinlandprodukts entfallen laut ihren Angaben mittlerweile auf die Behandlung und weitere Folgekosten psychischer Erkrankungen. Damit liegt Deutschland (hinter Dänemark mit 5,4 Prozent) in Europa vorn. Im europäischen Durchschnitt belastet die angeschlagene Psyche der Menschen das BIP mit 4,1 Prozent.

Die OECD schlüsselt diesen Kostenblock noch weiter auf: Danach verursachen die geringere Erwerbsbeteiligung und Produktivität psychisch belasteter Menschen die höchsten Kosten. Mit einigem Abstand folgen die Kosten für die Behandlung; direkt dahinter höhere Ausgaben der Sozialversicherung. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass OECD und Europäische Kommission schon 2018 gefordert haben, psychische Erkrankungen früher zu erkennen und zu behandeln.

Trotz dieses Apells sind die Wartezeiten auf eine Psychotherapie in Deutschland unerträglich lang: Im Schnitt dauert es ein halbes Jahr, ehe eine Therapie bei einem kassenärztlichen Psychotherapeuten begonnen werden kann. Bedenkt man, wie hoch der Leidensdruck in der Regel sein muss, ehe ein Mensch sich überhaupt entschließt, sich an einen Psychotherapeuten wendet, bekommen die im Schnitt 24 Wochen Wartezeit eine noch deutlichere Dramatik.

An dieser Situation haben auch die Reformen des Gesundheitsministeriums nichts geändert – im Gegenteil hat sich die Lage durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie (etwa der Angst vor Arbeitslosigkeit, sozialer Vereinsamung, „Budenkoller“ und Gewalt in den Familien) weiter verschärft.

Die rund 32 000 kassenärztlich zugelassenen psychologischen Psychotherapeuten in Deutschland können den Bedarf trotz allen auch persönlichen Engagements bei weitem nicht decken. Das macht deutlich, welche Rolle die etwa 16 000 Heilpraktiker für Psychotherapie (von denen mehr als 11 000 im VFP organisiert sind) im deutschen Gesundheitswesen spielen. Gäbe es sie nicht, wäre die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland auch ohne Corona-Folgen längst zusammengebrochen. Dass Lobbyistengruppen nicht müde werden, in den Medien und bei politischen Entscheidungsträgern Stimmung gegen die Heilpraktiker allgemein und damit auch die Fachheilpraktiker für Psychotherapie zu machen, wundert angesichts dieser Zahlen nicht nur Gesundheitsfachleute. 

Heilpraktiker für Psychotherapie können ihre Leistungen in der Regel zwar nicht mit den Kassen abrechnen und tragen dadurch ein größeres wirtschaftliches Risiko als ihre niedergelassenen Kollegen. Dafür genießen sie aber den Vorteil der Therapiefreiheit:  Anders als psychologische Psychotherapeuten dürfen sie auch Methoden jenseits der sogenannten Richtlinienverfahren einsetzen.  Das erlaubt einen individuellen Zuschnitt der Therapie und führt häufig schneller zum Erfolg als die Anwendung von nur einem Verfahren. Auch kann die Therapie meistens ohne Wartezeit sofort beginnen - aus Sicht der Patienten ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Und da die Patientinnen und Patienten die Leistung eines Heilpraktikers in der Regel privat bezahlen, entlastet das wiederum das Gesundheitswesen.

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