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Menyanthes trifoliata - Fieberklee

Fieberklee Heilpflanze

 

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Fieberklee ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Menyanthes in der Familie der Fieberkleegewächse (Menyanthaceae). Er kommt auf der Nordhalbkugel vor allem in Sumpfgebieten und Flachmooren vor. Typische Standorte sind beispielsweise Quellsümpfe von Flüssen, Bruchwälder, Zwischenmoore, torfige Wegränder, Seeufer sowie Ränder von Hochmooren. Allerdings wurden viele dieser natürlichen Standorte trockengelegt, sodass der Fieberklee in Deutschland als gefährdet gilt. Laut der Bundesartenschutzverordnung steht er unter besonderem Schutz, er darf nicht ohne Genehmigung aus natürlichen Beständen gesammelt werden.

Seinen Namen hat der Fieberklee wegen der 3 kleeähnlichen Blätter und seiner Verwendung gegen Fieber. Mit dem Klee ist er nicht näher verwandt, wohl aber mit dem Enzian. Die Pflanze ist daher sehr bitter.

 

Die Loki Schmidt Stiftung kürte den Fieberklee zur „Blume des Jahres“ 2020.

 

Woran erkennt man den Fieberklee?

Fieberklee ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit Wuchshöhen von 15 bis zu 30 cm. An den Knoten der im Schlamm kriechenden, etwa fingerdicken Rhizome finden sich die Laubblätter. Diese sind in einen 12 bis 20 (selten bis 30) cm langen, an der Basis scheidenartig verbreiterten Blattstiel und eine dreizählig gefiederte Blattspreite gegliedert. Die drei fast sitzenden Blättchen sind wechselständig angeordnet, kleeartig, elliptisch und ganzrandig oder wellig gezähnt bis gekerbt. Der Mittelnerv ist deutlich zu erkennen. In den Blattachseln stehen auf einem 20 bis 30 cm langen, blattlosen Schaft die aufrechten, traubigen Blütenstände. Die fünf schmalen Kronblätter können bis etwa 1,5 cm lang sein und sind außen anfangs häufig lebhaft rosa. Dadurch erscheinen die knospigen Blütenstände insgesamt rosa. Die Pflanze blüht in den Monaten Mai und Juni. Die zweiklappige Kapselfrucht hat einen Durchmesser von 6 bis 7 mm und ist mehr oder weniger kugelig. Sie enthält mehrere Samen. Die glatten, braunen bis gelben Samen haben einen Durchmesser von 2 bis 2,5 mm und sind eiförmig bis kugelig oder linsenförmig.

 

Wie wirkt der Fieberklee?

Fieberkleeblätter sind als Bittermittel bei Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und dyspeptischen Beschwerden sowie gegen Gallenbeschwerden anerkannt.

Die Droge fördert die Speichel- und Magensaftsekretion und wird bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen (dyspeptische Beschwerden) sowie bei Völlegefühl oder Blähungen und Flatulenzen (Darmwinde) eingesetzt.

Bei leichten Gelenkschmerzen und leichten Muskelschmerzen kann eine Linderung der Symptome erfolgen.

Die früher übliche Verwendung gegen Fieber (Name Fieberklee) kann auf Grund der Inhaltsstoffe nicht nachvollzogen werden, eine antipyretische Wirkung ist also nicht vorhanden.

 

Die Kommission E erkennt die Verwendung bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden (dyspeptischen Beschwerden) an.

ESCOP stuft Fieberklee als Bittermittel bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden und dyspeptischen Beschwerden sowie gegen Gallenbeschwerden ein.

Das HMPC hat Bitterkleeblätter als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

 

Gelegentlich sind in bitteren Kräuterlikören und -schnäpsen Auszüge aus der Pflanze enthalten.

 

In der Homöopathie findet Fieberklee Anwendung bei Erkrankungen des Zentralnervensystems, Fieberanfällen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Muskelschmerzen, Ohrensausen sowie

Zahnschmerzen.

 

Warnhinweise:

Bei starker Überdosierung können Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen auftreten.

Darmentzündungen, Durchfall und Magengeschwüre gelten als Kontraindikationen.

 

Zusammengefasst die Anwendungsgebiete für den Fieberklee

 

  • appetitanregend
  • blutreinigend
  • blutverbessernd
  • blutvermehrend
  • entzündungshemmend
  • fiebersenkend
  • harntreibend
  • krampflösend
  • reinigend
  • schweißtreibend
  • verdauungsfördernd
  • Appetitlosigkeit
  • Anämie durch Eisenmangel
  • Blutreinigung
  • Blähungen
  • Gallensteine
  • Gastritis
  • Gelbsucht
  • Hautauschläge, Ekzeme
  • Husten
  • Infektionen
  • Migräne und Kopfschmerzen
  • leichte Muskelschmerzen
  • leichte Gelenkschmerzen
  • Nervosität
  • Oberbauchbeschwerden
  • Ohrenschmerzen
  • Rheuma, Gicht
  • Sodbrennen
  • Trigeminus-Neuralgie
  • akute und chronische Verdauungsbeschwerden
  • Verstopfung
  • Ödeme

 

Welche Wirkstoffe sind im Fieberklee enthalten?

Formel Fieberklee

Inhaltsstoffe sind ca. 1 % Bitterstoffe mit der Hauptkomponente Dihydrofoliamenthin (s. Abb.), Monoterpenestern von Secoiridoiden (Menthiafolin, Foliamenthin) sowie Swerosid.

Ferner enthält die Pflanze Iridoidglykoside wie Loganin sowie Desoxyloganin, das Bitterstoffglykosid Menyanthin und außerdem Flavonoide (u. a. Rutin, Hyperosid), Cumarine (u. a. Scopoletin), Triterpene (u. a. Betulinsäure), Phenolcarbonsäuren (u. a. Chlorogensäure, Ferulasäure, Isochlorogensäure, Kaffeesäure und Neochlorogensäure) und ein erwähnenswert hoher Gehalt an Vitamin C, Gerbstoffen und Mineralstoffen.

Der Bitterwert der Droge liegt zwischen 1.500 und 10.000.

 

 

 

Welche Teile der Pflanze werden verwendet?

Als Arzneidroge werden die frischen oder getrockneten, ganzen oder zerkleinerten dreizähligen Kleeblätter der Pflanze (Menyanthidis folium, Trifolii fibrini folium) verwendet.

Die Blätter werden in der Zeit von Mai bis Juni während der Blütezeit gesammelt.

Nach dem Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur. 11.3) handelt es sich um die Blätter von Menyanthes trifoliata*, getrocknet, ganz oder zerkleinert.

Sie werden in dünner Schicht in einem luftigen Raum zum Trocknen ausgebreitet, dabei werden unschöne oder vergilbte Blätter entfernt.

Die Droge des Handels stammt aus Wildbeständen in osteuropäischen Ländern.

 

Anwendung

Die üblichen Darreichungsformen sind Heißextrakte (Tee) und alkoholische Auszüge (Tinkturen, Medizinalweine). Des Weiteren werden Fieberkleeblätter in Form von Tropfen, Kapseln, Dragees oder anderen Zubereitungsformen angeboten.

 

Fieberkleeblätter werden überwiegend in Teemischungen, kombiniert mit anderen Drogen wie Wermutkraut, Tausendgüldenkraut und Schafgarbenkraut (Magentees) verwendet.

 

Für einen Fieberkleetee etwa 1,5 Teelöffel (1 g) der Droge mit 200 ml heißem Wasser übergießen. Dieser Aufguss sollte etwa nach 10 Minuten durch ein Teesieb gegeben werden. Aufgrund der hohen Bitterstoffanteile ist der Tee alles andere als wohlschmeckend. Üblicherweise trinkt man den Tee etwa 20 bis 30 min. jeweils vor dem Mittagessen und dem Abendbrot eingenommen. Mehr als zwei Tassen bzw. 3 g Fieberkleeblätter sollten aber pro Tag nicht getrunken werden.

 

Auch das Ansetzen mit kaltem Wasser und anschließendes kurzes Aufkochen ist möglich.

In der Regel sind kalte Zubereitungen wirksamer, da die enthaltenen Bitterstoffe ziemlich stark temperaturempfindlich sind.

 

Autor:

Dr. rer. nat. Frank Herfurth - Heilpraktiker, Dozent, Lebensmittelchemiker

Dr. rer. nat. Frank Herfurth
Heilpraktiker, Dozent, Lebensmittelchemiker
Ostlandstr. 53a, 
50859 Köln, 
Email: fh@herfurth.org 

03/2026
Beitragsbild "Fieberklee" mit KI erzeugt - https://gamma.app/de