Bergamotte Citrus × limon

Citrus bergamia, Citrus aurantium ssp. bergamia - Bergamot orange
Die Bergamotte gehört zur Gattung der Zitruspflanzen in der Familie der Rautengewächse (Rutaceae).
Es handelt sich um eine Hybride aus Zitronatzitrone (Citrus medica) und Bitterorange (am wahrscheinlichsten) oder aus Süßer Limette (Citrus limetta) und Bitterorange (Citrus × aurantium).
Vermutlich ist diese Hybride eher durch Zufall entstanden als durch gezielte Züchtung
Bergamotte schmeckt sehr aromatisch, leicht herb aber auch extrem sauer, was der Grund dafür ist, dass die Frucht weniger als Obst verwendet wird. In der Regel werden nur der Saft (in Limonaden und Likören) und die Schale der Frucht zur Gewinnung des ätherischen Öls verarbeitet. Die Bergamotte wird hauptsächlich wegen des ätherischen Öls angebaut, auf das sich – wenn nicht anders erwähnt – auch die Angaben zur (medizinischen) Wirkung und Anwendung beziehen. Bergamottöl wird als grünes Gold bezeichnet und vor allem in der Parfümindustrie sowie zum Aromatisieren von Tees (Earl Grey) eingesetzt.
Es gibt verschiedene Theorien über die Namensherkunft der Bergamotte. Trotz der Namensähnlichkeit hat der Name Bergamotte nichts mit der Stadt Bergamo zu tun, obwohl diese nach Meinung vieler Wissenschaftler der Namensgeber der Frucht ist. Es ist ebenfalls unwahrscheinlich, dass sich der Name von Berga, dem heutigen Barcelona, herleitet, wohin Christoph Columbus die Früchte von den kanarischen Inseln her importiert hat. Als relativ sicher gilt, dass sie zur Zeit von Christoph Columbus aus Asien nach Südeuropa kam. Eine andere Theorie geht davon aus, dass der Name von Pergamon, dem alten Troja, stammt. Wahrscheinlich aber ist der Name auf das osmanisch-türkische „beg armudı“ zurückzuführen mit der Bedeutung „Herrenbirne“ oder „Prinzenbirne“ wegen der Form der Frucht.
Die ursprüngliche Herkunft der Bergamotte ist wahrscheinlich wie bei fast allen Zitrusfrüchten Asien, ist aber bis heute nicht restlos geklärt. Mit Sicherheit wurde sie erstmals im 17. Jahrhundert schriftlich erwähnt.
Die Bergamotte bevorzugt mildes, frostarmes Klima mit guter Sonneneinstrahlung und ausreichender Luftfeuchte. Sie verträgt also keine Kälte und muss außerdem oft gewässert werden, wobei stauende Nässe vermieden werden muss. Am besten wächst sie auf tonhaltigen Böden. Sie wird wegen der sehr speziellen Anbaubedingungen fast ausschließlich auf einem schmalen, etwa 100 Kilometer langen Küstenstreifen Kalabriens in der Stiefelspitze Italiens angebaut. Weitere Anbaugebiete sind die ionische Insel Kefalonia und außerhalb der Mittelmeerregion Argentinien, Brasilien, Mali, Guinea, Kamerun und die Elfenbeinküste.
Woran erkennt man den Bergamottebaum?
Die Bergamotte ist eine immergrüne hybride Zitruspflanze, die zu einem kleinen Baum heranwächst und Wuchshöhen von etwa 4 Metern erreicht. Es sind von ihr keine Wildpflanzen bekannt und eine Vermehrung ist auch nicht durch Samen möglich, was aber wieder für eine gezielte Züchtung spricht.
Die Äste tragen nur selten Dornen. Die Rinden der Zweige und die Laubblätter sind beim Austreiben – im Unterschied zur Zitrone – nicht rötlich gefärbt.
Die immergrünen Laubblätter gliedern sich in Blattstiel und Blattspreite, wobei der Blattstiel meistens auffallend geflügelt ist. Die Blattspreite ist dunkelgrün und glatt und hat eine längliche Form.
Die Blütezeit für die reinweißen Blüten liegt in einer bestimmten Periode im Frühjahr.
Die rundlichen bis leicht birnenförmigen Früchte trägt sie nicht das gesamte Jahr über.
Die etwa 100 bis 200 g schweren Früchte werden relativ spät von November bis März geerntet.
Man unterscheidet drei Sorten: ‚Castagnaro‘, ‚Femminello‘ und ‚Fantastico‘, wobei das ätherische Öl von ‚Femminello‘ als das mit der höchsten Qualität angesehen wird, obwohl ‚Fantastico‘ besonders hohe Mengen an ätherischem Öl produziert.
Wo findet man den Bergamottebaum?
Die Bergamotte bevorzugt mildes, frostarmes Klima mit guter Sonneneinstrahlung und ausreichender Luftfeuchte. Sie verträgt also keine Kälte und muss außerdem oft gewässert werden, wobei stauende Nässe vermieden werden muss. Am besten wächst sie auf tonhaltigen Böden
Sie wird wegen der sehr speziellen Anbaubedingungen fast ausschließlich auf einem schmalen, etwa 100 Kilometer langen Küstenstreifen Kalabriens in der Stiefelspitze Italiens angebaut.
Weitere Anbaugebiete sind die ionische Insel Kefalonia und außerhalb der Mittelmeerregion Argentinien, Brasilien, Mali, Guinea, Kamerun und die Elfenbeinküste.
Wie wirkt die Bergamotte?
Die Frucht wird in der kalabrische Volksmedizin verwendet bei Fieber, Würmern, Haut- und Schleimhautinfektionen, Wunden, kleineren Verbrennungen, Halsschmerzen, Zahnschmerzen und anderen entzündliche Beschwerden. Bergamotteöl wird in der italienischen Volksmedizin in handwerklichen und hausgemachten Zubereitungen topisch als Antiseptikum zur Hautdesinfektion und zur Unterstützung der Wundheilung bei kleineren Verletzungen eingesetzt. Das Öl nutzt man wegen seiner sanften, beruhigenden Wirkung gern für entspannende Duftrituale. Zusätzlich verwendet man es in Raumdüften, Massageölen oder Badezusätzen, um eine angenehme und ausgleichende Umgebung zu erzeugen. In der Aromatherapie erfolgt der Einsatz unterstützend zur mentalen Balance, da die Sinne anregt und gleichzeitig eine beruhigende Wirkung vermittelt werden.
Zusammengefasst die Anwendungsgebiete für Bergamotteöl und Bergamotte
- angstlösend
- antiseptisch
- antiviral
- beruhigend
- entspannend
- krampflösend
- tonisierend
- fiebersenkend
- nervenstärkend
- Grippe
- Hals-Rachen-Entzündungen
- Halsschmerzen
- Schüttelfrost
- Appetitlosigkeit
- Blähungen
- Darmkolik
- Abmagerung
- Alterserscheinungen
- Körperliche Erschöpfung
- Nervliche Erschöpfung
- Frühjahrsmüdigkeit
- Magersucht
- Blasenentzündung
- Blasenleiden (Allgemein)
- Blasenschwäche
- schmerzhafte Harnentleerung
- Menstruationsbeschwerden
- Scheidenentzündung
- Depressionen
- Einschlafstörungen
- Nervosität
- Schlaflosigkeit
- Verrenkungen
- Verstauchungen
- eitrige Wunden
- Ekzeme
- Herpes
- Mundbläschen
Welche Wirkstoffe enthält die Bergamotte?

Bergamotte enthält ätherisches Öl, dieses wiederum Terpene und andere Kohlenwasserstoffe, deren Anteile je nach Anbau, Studie und Extraktionsart schwanken.
Die Hauptbestandteile des ätherischen Öls sind Limonen (23–55 %), Linalylacetat (15–41 %), Linalool (1,6–24,2 %), γ-Terpinen (1,1–12,6 %), β-Pinen (2,9–10,6 %), α-Pinen (0,7–1,9 %), Sabinen (0,5–1,7 %), Myrcen (0,4–2,3 %), δ-3-Caren (0,01–2,0 %), β-Bisabolen (0,1–1,3 %), Geraniol (bis 5,7 %), α-Terpineol (0,1–3,1 %), Geranylacetat (0,1–1,9 %), Nerylacetat (bis 1,6 %), Geranial (bis –1,2 %), p-Cymen (bis 3,6 %), Bergapten [s. Formel] (bis 0,33 %), Nerol (0,1–0,5 %).
Welche Teile der Pflanze werden verwendet?
Die Frucht der Bergamotte wird kaum als Lebensmittel verwendet, da das Fruchtfleisch sehr sauer und bitter ist. Der Anbau erfolgt wegen des ätherischen Öls, mit dem Gebäck, Cremes oder Getränke aromatisiert werden. Als Beispiel für Getränke dient der Earl-Grey-Tee (mit Schwarztee). Deshalb dient sie, anders als Zitronen oder Orangen, nie als Obst dem direkten Verzehr. In verarbeiteter Form wird sie dagegen schon als Saft oder in Marmelade verwendet. Um einen Liter Öl zu gewinnen, müssen 200 Kilogramm Früchte gepresst werden.
Warnhinweise
Furanocumarine wie Bergapten haben photosensibilierende Eigenschaften und können eine Wiesengräserdermatitis und phototoxische Reaktionen hervorrufen. Bergamotte-Öl erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut. Vermeiden Sie deshalb besser direkte Sonneneinstrahlung, wenn sie das Öl, Kosmetika oder Parfüms, die Bergamotteöl enthalten, auf die Haut aufgetragen haben.
Wiesengräserdermatitis ist eine Entzündung der Haut, die durch bestimmte Inhaltsstoffe und anschließende Bestrahlung mit UV-A verursacht wird. Im Gegensatz zum Sonnenbrand verläuft sie verlängert und verursacht nach dem Abheilen eine starke Pigmentierung.
Verschiedenes
Bergamotteöl findet Verwendung in Parfüms und als Hilfsstoff (Duftstoff und Aromastoff) bei der Herstellung von Arzneimitteln.
In Parfüms ist es als Kopfnote enthalten, insbesondere im echten „Eau de Cologne“, dem Echt Kölnisch Wasser „4711“, ist es für den klaren, erfrischenden Duft verantwortlich.
Zu den namhaften Benutzern dieses Parfüms zählten u. a. Napoleon Bonaparte, Ludwig XV. und Wolfgang Amadeus Mozart sowie Voltaire und Johann Wolfgang von Goethe.
Außerdem wird es in starker Verdünnung mit Olivenöl als Bräunungsbeschleuniger eingesetzt. Vor dieser Verwendung wird allerdings zur Verhinderung von Hautschäden wegen der Toxizität abgeraten.
Das Öl ist einer besonderen Sorte türkischer Akide-Bonbons sowie in französischen Bonbons aus Nancy enthalten. Man findet es auch in einigen Curaçao-Likören.
Darüber hinaus verwendet man es für die Aromatisierung von Pfeifen- und Schnupftabaken.

Dr. rer. nat. Frank Herfurth
Heilpraktiker, Dozent, Lebensmittelchemiker
Ostlandstr. 53a,
50859 Köln,
Email: fh@herfurth.org
09/2026, Beitragsbild mit KI erzeugt






