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Nicht Hypnotisierbar – geht das überhaupt?

HypnoseWarum reagieren manche Klienten auf hypnotische Suggestionen und Tiefe und warum andere wiederum nicht?

Fast alle Hypnosetherapeuten unterteilen Suggestibilität in drei verschiedene Stadien: Hypnoidal (leicht), Kataleptisch(medium), Somnambulismus (tief) und man ist oft der Meinung, je tiefer der Klient in Trance geht, desto besser ist das Ergebnis.
Dabei gibt es schlichtweg zwei unterschiedliche Typen von Suggestibilität. Physische Suggestibilität und emotionale Suggestibilität – also die Art und Weise, wie Menschen lernen, wie sie Informationen aufnehmen und verarbeiten. Jeder Mensch ist suggestibel. Einige durch physische Empfindungen andere durch emotionale Stimulation, wieder andere durch Umgebungsstimulation und einige durch alle drei Stimuli.
Diese Suggestibilität kann zwischen den grundlegenden gegensätzlichen Eckpfeilern der emotionalen und der physischen Suggestibilität beliebige Mischformen dieser beiden Suggestibilitäten annehmen.
100% physisch suggestible Menschen reagieren auf beliebige direkte, wörtliche Suggestionen, die den Körper unmittelbar betreffen. Dieser Mensch wird aber nicht auf Suggestionen reagieren, die seine Emotionen ansprechen.
100% emotional suggestible Menschen reagieren auf Suggestionen, die eigene Emotionen berühren, werden aber nicht auf Suggestionen reagieren, die den eigenen physischen Körper oder physische Bewegungen ansprechen. Sie reagieren nicht oder schlecht auf direkte, wörtliche Suggestionen und reagieren sensibel und ausgezeichnet auf schlussfolgernde Suggestionen und Irreführungen.

Die Mischform von 50% physisch suggestibel und 50% emotional suggestibel ist das, was man in der klassischen Hypnose als den Somnambulisten bezeichnet. Er ist der beste Klient für die Showhypnose. Er reagiert auf jede Suggestion sehr sensibel.

Früher und möglicherweise auch heute noch wurde nur physische Suggestibilität als hypnotisierbar erkannt.
Sechzig bis siebzig Prozent der Menschen wurden als schlecht hypnotisierbar und einige davon als nicht hypnotisierbar eingestuft. Heute weiß man, dass sie emotional suggestibel sind und komplett anders wahrnehmen als physisch suggestible Menschen und dass die Hypnosezustände, Katalepsie, und Somnambulismus ganz anders wahrgenommen werden als man es in Normalfall erwartet.
Der emotionale Somnambulist antwortet mit der gleichen Intensität auf Suggestionen, die sein emotionales Verhalten berühren, wie der physische Somnambulist auf Suggestionen reagiert, die seinen physischen Körper berühren. Nur die Reaktionen des emotionalen Somnambulisten sind nicht unmittelbar offensichtlich.
Der emotional suggestible Somnambulist scheint in einem sehr leichten Level der Hypnose zu sein, oder scheinbar vielleicht gar nicht in Hypnose zu sein, während der physisch suggestible Somnambulist alle charakteristischen Attribute des herkömmlich bekannten somnambulistischen Zustands erfüllt.
Natürliche Somnambulisten – also 50% emotional Suggestible und 50% physisch Suggestible – konnten in der Vergangenheit nicht vom physisch Suggestiblen unterschieden werden, weil beide das gleiche Erscheinungsbild im hypnotischen Zustand haben. Der Unterschied zwischen beiden ist aber gewaltig, weil der natürliche Somnambulist auf beide Arten von Suggestionen reagiert und nicht nur auf eines der Extreme.
Manchmal stellt sich die Frage, warum ein Klient den einen Tag sehr schnell in Hypnose geht und den anderen Tag nicht?
Weil der Hypnosetherapeut einmal schlussfolgernde Suggestionen während der gesamten Hypnose verwendet und einmal wortwörtliche Suggestionen.
Emotional suggestible Menschen sind weit aufgeschlossener für die Hypnosetherapie als physisch suggestible Menschen.  Der Grund hierfür liegt darin, dass die Therapie normalerweise keine physischen Probleme behandelt, sondern in den meisten Fällen emotionale Probleme.

Suggestibilität ist die Hypnosepersönlichkeit eines Menschen, die bestimmt wird durch alle Konditionierungen und alle Erfahrungen, die im Leben gemacht wurden. Speziell die ersten sechs bis acht Jahre des Lebens.
Eine Person wird suggestibel für ein Extrem oder das Andere aufgrund der Verteidigung gegen entweder der emotionalen oder der physischen Suggestibilität. Man entwickelt diese Verteidigung, um sich vor der Ablehnung der physischen oder der emotionalen Seite zu schützen, je nachdem welche verwundbarer ist.
Die suggestiblen Muster eines Emotionalen basieren auf einer Abwehr, um den physischen Körper zu schützen.
Mit anderen Worten, wenn der Mensch mit unangenehmen, physischen Kontakt, unangenehmer Aufmerksamkeit oder Schmerz konfrontiert wird oder wenn er fühlt, dass er in eine solche unangenehme Situation gebracht wird, antwortet er mit Emotionen  wie Verlegenheit, Furcht, Angst, Besorgnis, emotionale Irritation oder Frustration als Verteidigungshaltung, um seinen physischen Körper vor Unbehagen zu schützen.

Der physisch Suggestible anders als der emotional Suggestible nutzt seinen physischen Körper als Verteidigung seiner Emotionen. Er reagiert auf physische Berührung mit Dankbarkeit und hat ein großes Bedürfnis danach, weil es Akzeptanz für ihn bedeutet. Er drückt sich wörtlich und unverblümt aus und macht sich nichts daraus, wie andere ihn sehen.  Bei Erklärungen tendiert er zu Bewegungen und Gesten und zu Bewegungen hin zum Gesprächspartner.  Gewöhnlich dominiert er die Konversation. Notdürftig zuhörend, was die andere Person zu sagen hat.

Er fällt ins Wort und hat Schwierigkeiten, die Emotionen anderer zu verstehen, weil er lediglich einen Bezug hat zu dem, was er fühlt und nicht was andere fühlen oder sagen. Wichtig ist für ihn die Körpersprache. Erst wenn er ausreichend physische Akzeptanz geschaffen hat, um seiner Wichtigkeit Nachdruck zu verleihen und wenn er sich komfortabel fühlt, kann er sich für positive emotionale Kommunikation öffnen.

Der physisch suggestible Mensch spricht logisch folgernd und versteht wörtlich.  Der emotional suggestible Mensch spricht wörtlich und versteht logisch folgernd.  Obwohl der emotional suggestible Mensch sich gerne zurücklehnt und zuhört und sich nicht gerne in eine unangenehme Situation bringt oder um eine Chance kämpft, reden zu dürfen, und obwohl der physisch suggestible Mensch es vorzieht die Konversation zu führen, kommt sehr schnell eine Kommunikationsblockade zwischen diesen beiden Gegensätzen auf.
Der emotional suggestible Mensch beginnt sich frustriert zu fühlen, weil seine Suggestibilität es ihm nicht erlaubt, mit Einfachheit zu sprechen, ehe er sich emotional behaglich fühlt und der für ihn extrem physische Kontakt hindert den emotional suggestiblen Menschen daran, sich locker zu fühlen. Der emotional Suggestible fühlt ferner, dass der physisch Suggestible ihn nicht versteht.

In solch einer Situation blockt der emotional Suggestible ab und zieht sich in sich zurück. Von seiner Nähe und von seiner Kontaktfreude beraubt, wird der physisch Suggestible mehr und mehr aggressiv. Denn um die physische Akzeptanz zu erhalten, schützt er sich gegen emotionale Abweisung.
Dieser mögliche totale Verlust von Kommunikation ausgelöst nur durch die unterschiedliche Suggestibilität kann die Ursache für viele Freundschafts-, Familien- und Beziehungsproblemen sein.

Dieses Verständnis von Suggestibilität ist zwingend für jeden Hypnosetherapeuten, weil es ihm erlaubt, passende Induktionen für jeden individuellen Klienten auszuwählen.

 

Wie Suggestibilität gelernt wird

Jede zwischenmenschliche Kommunikation besteht aus drei Teilen:
Der verbale Inhalt, der nonverbale Inhalt und der Geisteszustand des Empfängers.
Die Suggestibilität des Erwachsenen oder die Art und Weise, wie er Informationen empfängt und interpretiert, wird dadurch geprägt, wie er von Kindheit an bis zum Erwachsenen sein wird. Relevant sind hierbei die Jahre bis etwa zum Alter von acht Jahren.

Von Geburt an bis sie zwei oder drei Jahre alt ist, sind alle Kinder grundlegend physisch suggestibel. Sie erreichen und betatschen alles, um ihre physische und mentale Neugier zu stillen.
Bis zum Alter von 2 bis 3 Jahren hat das Kind verbale Kommunikation gelernt und es lernt die Welt über die Worte anstelle des physischen Grapschens kennen.
Von dieser Zeit an ist die erste Bezugsperson (normalerweise die Mutter) verantwortlich für das Setzen der Suggestibilitätsmuster. Das Kind wird eng an die emotionalen und physischen Bilder der Mutter gebunden und versucht so zu sein wie sie.
Wenn es voll entwickelt ist, wird es die gleiche Suggestibilität haben, wie die Mutter, obwohl es im Grad variieren kann.
Wenn die Mutter Wörter der Zuneigung benutzt (verbaler Inhalt), liebevoll behandelt (nonverbaler Inhalt) und nicht die freie verbale Ausdrucksweise des Kindes unterdrückt, lernt das Kind etwas Nützliches: Was Mutter sagt ist was Mutter meint und was Mutter sagt ist verlässlicher Indikator, wie sie sich fühlt, wenn sie gerade mit ihm spricht. Das produziert physische Suggestibilität. Diese physische Suggestibilität wird dadurch geschärft, dass die Mutter absolut konsistent bleibt, indem sie sagt, was sie meint und ihren Versprechen folgt. Wenn sie das so macht, eliminiert sie alle Bedrohungen für die grundlegenden physischen Bedürfnisse. Ihre Fähigkeit wörtlich zu kommunizieren zeigt dem Kind, dass sie physisch suggestibel ist und die Suggestibilität des Kindes ebenso.

Wenn sie schimpft oder das Kind schlägt, wenn es etwas falsch gemacht hat, und dem Schlagen dann durch Festhalten, Zärtlichkeit und Trösten des Kindes folgt, wird es zu der Ansicht gelangen, dass Zuneigung und physische Berührung die Kompensation für die Unannehmlichkeiten der Strafe sind. Eventuell wir das Kind ein Verhalten entwickeln, dass diese Kompensation sucht, in der Hoffnung, dass Schimpfen zu eliminieren. Es lernt sich von der Strafe zu dissoziieren.
Das wird mit ins Erwachsensein genommen, wo der Mensch damit weiter macht, diese Mechanismen beizubehalten, wenn er etwas Unerfreuliches hört.
Weil physische Berührung emotional angenehm ist für das Kind, bekommt es Motivation sie zu erhalten.
Das unangenehme dabei (Schläge und Schimpfen) wurde ignoriert, um sich auf das zu konzentrieren, was komfortabel ist.
Die Abwesenheit von Schmerz ist Vergnügen und obwohl Vergnügen nur ein minimales Gefühl zu sein scheint, wird es als angenehm akzeptiert, weil der Schmerz fehlt.

Ein physisch Suggestibler sucht konstant nach Anerkennung. Wenn Disziplin mit Berührung als Anerkennung gelobt wird, wird das Kind schnell lernen, dass es gelobt wird, wenn es etwas falsch macht. Konsequent missachtet es, wenn es Zuneigung möchte. Das Schimpfen kann auch eine Art von Anerkennung werden, weil es im Gehirn mit physischer Berührung assoziiert wird. Ein angenehmes Gefühl für ihn.
Physische Suggestibilität wird auch dadurch verstärkt, wenn die Mutter mit physischer Aufmerksamkeit (knuddeln, küssen, berühren) beginnt und das dann später verändert und das Kind physisch abweist.

Für emotionale Suggestibilität bedarf es normalerweise eine Kombination von Faktoren.

Wenn das Kind in einer Situation ist, wo die Mutter mehrdeutig oder widersprüchlich ist oder ihre Ausdrucksweise bedrohlich oder negativ, wird das Verständnis des Kindes gestört und es wird eine Verteidigung entwickeln, in der es Kommunikation vermeidet. Wenn die Mutter Meinungen äußert, die das Gegenteil von dem widergeben, was sie tut (Versprechen brechen) oder die verbalen und nonverbalen Teile unterschiedlich reflektieren, wird das Kind die wahre Nachricht unter der Sprachebene suchen. Die Suggestibilität wird durch Interferenz geprägt und dahin ausgerichtet, zu überlegen, was die Mutter wirklich meinen könnte, wenn sie etwas sagt.
Außerdem wird das Kind Zweifel haben, was die Mutter wirklich in Bezug auf das Kind fühlt. Oder wenn die Mutter übermäßig besitzergreifend ist und das Kind bis zu dem Punkt überfordert, an dem es fühlt, dass es vermeiden muss, physisch berührt zu werden.
Auch wenn es oft geschimpft wird und es der Meinung ist, dass es nicht schuldig ist und danach ignoriert wurde, wird Berührung zu einer Strafe. Wenn Du versuchst es zu berühren, ist es für das Kind, als willst du es bestrafen.
Es entwickelt eine negative Assoziation mit Berührung und schützt sich vor diesen Berührungen. Es reagiert mit Verteidigungsemotionen wie Angst und Furcht, in jeder Situation in der Berührung droht. Es hat keine Belohnungsassoziation mit Berührung. Es bekommt niemals die Anerkennung, eines physisch Berührten. Als Folge weicht es in defensive Emotionen aus. Die Antizipation von Prügel nach jedem Schimpfen erzwingt eine emotionale Abwehr gegen das physische Unbehagen aufzubauen.

Eine ausbalancierte Suggestibilität entsteht durch eine moderate Disziplin der Mutter verbunden mit einer Sicherheit an Liebe und Geborgenheit, oder die Disziplin ist so inkonsequent, dass das Kind eine grundlegende Konfusion entwickelt.
Die meisten unserer Probleme werden durch Suggestibilität erzeugt. In Hypnosetherapie arbeiten wir unter anderem damit, wie ein unerwünschtes Verhalten abtrainiert werden kann und wie ein erwünschtes Verhalten dies ersetzt.  Deshalb wird der moderne Hypnosetherapeut sich passenderweise mit Suggestibilitäts- und Verhaltensforschung befassen.

Text: Hypnose Coach Michael Monien - Erbach

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